Morgens früh aufstehen

Früh auf­ste­hen — wel­che Vor­tei­le bringt es Dir?

Früh auf­ste­hen ist für vie­le eine Qual. Nach Dr. Tracey Marks, einer ame­ri­ka­ni­schen Psych­ia­te­rin, ist es hilf­reich, „früh ins Bett zu gehen und früh auf­zu­ste­hen, um die inne­re Uhr mit dem natür­li­chen zir­ka­dia­nen Rhyth­mus der Erde zu syn­chro­ni­sie­ren. Das ist rege­ne­ra­ti­ver als noch zu schla­fen, wäh­rend die Son­ne bereits auf­ge­gan­gen ist.“ Es ist ganz natür­lich, dass wir Men­schen kei­ne nacht­ak­ti­ven Wesen sind. Noch vor eini­gen tau­send Jah­ren bedeu­te­te nachts unter­wegs zu sein, in Gefahr zu sein. Unse­re Sin­ne, wie hören, sehen und auch rie­chen sind nicht für die Dun­kel­heit aus­ge­bil­det. Erst seit der Indus­tria­li­sie­rung und Erfin­dung der elek­tro­ni­schen Beleuch­tung ist es nor­mal gewor­den, auch bei Dun­kel­heit noch aktiv zu sein.

Früh auf­ste­hen und einen fes­ten Rhyth­mus haben

Schlaf- und Wach­pha­sen ver­än­dern sich daher von Tag zu Tag aufs Neue. Die Fol­ge des­sen ist, dass unse­re inne­re Uhr außer­halb des natür­li­chen Rhyth­mus läuft. Dies hat wie­der­um direk­te nega­ti­ve Aus­wir­kun­gen auf unse­re Schlaf­qua­li­tät. Die­se Unre­gel­mä­ßig­keit des Schlaf-/ Wach­rhyth­mus kann zu dem größ­ten Hin­der­nis für guten Schlaf füh­ren. Der unre­gel­mä­ßi­ge Schlafrhyth­mus ver­hin­dert, dass unser Gehirn sich an ein kon­ti­nu­ier­li­ches Ver­hal­tens­mus­ter gewöh­nen kann. Bei star­ken Schwan­kun­gen kön­nen die Fol­gen ähn­lich einem Jet­lag sein.

Es ist also nicht nur ent­schei­dend wie Du schläfst, son­dern wann Du schläfst. Einen fes­ten Schlaf­plan zu haben, mag viel­leicht erst ein­mal unge­wohnt wir­ken, ist aber für eine gute Schlaf­qua­li­tät ent­schei­dend. Und das Gan­ze beginnt mor­gens mit dem Aufstehen.

Stu­di­en zum frü­hen Aufstehen

In einer Stu­die der Uni­ver­si­tät von North Texas hat man 2008 her­aus­ge­fun­den, dass Stu­die­ren­de, die sich selbst als Früh­auf­ste­her bezeich­ne­ten, signi­fi­kant bes­se­re Noten hat­ten. Im Ver­gleich zu denen, die sich als „Nacht­eu­len“ ein­stuf­ten, hat­ten sie einen gan­zen Noten­punkt bes­ser abge­schnit­ten. Natür­lich ist frü­hes Auf­ste­hen nicht der ein­zi­ge Fak­tor, gute Noten zu schrei­ben. Jedoch könn­te es ein Hin­weis auf bes­se­re Leis­tun­gen sein.

Im Jour­nal of App­lied Social Psy­cho­lo­gy konn­ten man in einer Stu­die zei­gen, dass Früh­auf­ste­her eher pro­ak­tiv sind als Nacht­ak­ti­ve und somit bes­se­re Kar­rie­re­chan­cen haben. Außer­dem anti­zi­pie­ren Früh­auf­ste­her Pro­ble­me bes­ser und behe­ben die­se effek­ti­ver. Das kann in der heu­ti­gen Arbeits­welt, in der sich alles schnell zu ver­än­dern scheint, ein ent­schei­den­der Vor­teil sein.

Es geht nicht dar­um, dass Men­schen, die sich als Früh­auf­ste­her bezeich­nen bes­se­re Men­schen sind oder bes­ser im Leben all­ge­mein zurecht­kom­men. Doch sie haben einen nicht über­seh­ba­ren Vor­teil. Nacht­ak­ti­ve leben außer­halb ihrer bio­lo­gi­schen Syn­chro­ni­tät, wodurch ihre Schlaf­qua­li­tät gemin­dert ist und sie somit in ihrer maxi­ma­len Leis­tungs­fä­hig­keit ein­ge­schränkt sind.

Auf lan­ge Dau­er gese­hen ist es gesund­heit­lich eben­falls von Vor­teil, einen fes­ten Rhyth­mus zu haben und ver­mehr­te Nacht­ak­ti­vi­tä­ten zu ver­mei­den. Auf­grund des­sen wird nicht gera­de von weni­gen Exper­ten die Nacht­schicht als gesund­heit­lich bedenk­lich betrach­tet. Die Idee nachts zu arbei­ten oder eine nacht­ak­ti­ve Eule zu sein, ist eine neue Idee der moder­nen Gesell­schaft. Es ist ein antrai­nier­tes Ver­hal­ten, dass sich auf Dei­nen zir­ka­dia­nen Rhyth­mus, Dei­ne Hor­mo­ne und Dei­ne Gesund­heit im All­ge­mei­nen auswirkt.

Was kannst Du machen?

Um wie­der in einen gesun­den Schlaf-/ Wach­rhyth­mus zu gelan­gen, gilt es ein paar ein­fa­che Din­ge umzu­set­zen. Die­se Ideen sind von Leo Bab­au­ta über­nom­men, der Autor der popu­lä­ren Web­site Zen Habits, da sie leicht umzu­set­zen sind und sich mit unse­ren Erfah­run­gen decken.

  • Sei begeis­tert: Den­ke am Abend zuvor an eine Sache, die Du am Mor­gen machen wirst, die Dich begeis­tert und erfreut. Das kann der Kaf­fee sein, das lie­be­voll zube­rei­te­te Früh­stück, ein paar Zei­len aus einem guten Buch, eine Medi­ta­ti­on oder ein klei­nes Mini-Pro­jekt, dass Dich total aus Dir her­aus moti­viert. Wenn du am Mor­gen auf­wachst, den­ke an die­se eine Sache, die Dir hel­fen wird, umge­hend aufzustehen.
  • Sprin­ge aus Dei­nem Bett: Ja genau, sprin­ge aus Dei­nem Bett. Auch wenn es Dir völ­lig unpas­send vor­kommt. Mache einen klei­nen Luft­sprung, reiß die Arme nach oben als wür­dest Du sagen wol­len: „Ja, ich lebe und bin gesund! Ich bin bereit, den Tag mit offe­nen Armen zu emp­fan­gen und freue mich auf jede Her­aus­for­de­rung, die kom­men mag.“ Ganz nach dem Mot­to „Fake it, until you make it.”
  • Stel­le Dei­nen Wecker ans ande­re Ende des Zim­mers: Wenn der Wecker direkt neben Dei­nem Bett liegt, wirst Du gewiss die Snoo­ze-Tas­te drü­cken. Stell ihn weit weg von Dei­nem Bett, sodass Du auf­ste­hen (oder auf­sprin­gen) musst, um ihn aus­zu­ma­chen. Direkt danach gehst Du ins Bad auf Toi­let­te. Wenn Du schon ein­mal im Bad bist, ist die Wahr­schein­lich­keit gerin­ger, zurück ins Bett zu gehen. Jetzt kannst Du dich an die eine Sache erin­nern, die Dich begeis­tert. Und falls Du es noch nicht getan hast, recke und stre­cke Dich ausgiebig.

Eine wei­te­re Unter­stüt­zung zu Punkt 3 kann die Wecker-App Alar­my sein. Wich­tig ist gleich nach dem Auf­ste­hen, alle Dei­ne Sin­ne anzu­re­gen und dem Kör­per zu signa­li­sie­ren, dass der Tag begon­nen hat. Im Anschluss dar­an kannst Du ein bis zwei gro­ße Glä­ser Was­ser trin­ken. Das hilft die Dehy­dra­ti­on der Nacht aus­zu­glei­chen, die meta­bo­li­schen Abfall­pro­duk­te des Kör­pers aus­zu­spü­len und dem Kör­per ein wei­te­res Signal zum Start in den Tag zu geben.

Buch­emp­feh­lung

Wenn Du ein gutes Buch zum The­ma früh auf­ste­hen lesen möch­test, emp­feh­len wir The 5am Club von Robin Shar­ma. Dar­in fin­dest Du wei­te­re Vor­tei­le und vor allem Moti­va­ti­on, mor­gens früh aus dem Bett zu kom­men. Des Wei­te­ren beschreibt er, wie eine per­fek­te Mor­gen­rou­ti­ne aus­se­hen kann.


Florian Schönberger

Flo­ri­an Schönberger

Flo­ri­an stu­diert aktu­ell im Mas­ter Sport­psy­cho­lo­gie. Im Leis­tungs­sport ist Schlaf The­ma Num­mer 1 in der Rege­ne­ra­ti­on. Qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Schlaf ist jedoch nicht nur für Leis­tun­gen im Spit­zen­sport inter­es­sant. Ihm per­sön­lich ist dabei wich­tig, die Emp­feh­lun­gen und Unter­stüt­zun­gen die DeinSchlaf für sei­ne Kun­den anbie­tet, auch selbst best­mög­lich umzu­set­zen und somit immer wie­der neue Din­ge zum The­ma Schlaf auszuprobieren.

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