Schlafhypnose

Schlaf ver­bes­sern durch Hypnose?

Lese­dau­er 4 Minu­ten

Schlaf­hyp­no­se. Das mag für vie­le nach einer mythi­schen Prak­tik klin­gen. Doch tat­säch­lich han­delt es sich dabei um eine risi­ko­freie und effek­ti­ve Art, Dei­nen Schlaf zu ver­bes­sern. Zahl­rei­che Stu­di­en bele­gen, Hyp­no­se kann dabei helfen:

  1. Die Ein­schlaf­zeit zu ver­kür­zen und
  2. Die Schlaf­qua­li­tät zu ver­bes­sern durch einen tie­fe­ren, erhol­sa­me­ren Schlaf

Doch was genau ist über­haupt Hyp­no­se? Und wie kann sie Dir beim Schla­fen helfen?

Hyp­no­se erlaubt es Dir, nach Belie­ben zu „schla­fen“ und dabei unter­be­wusst wach zu blei­ben. Die Hyp­no­se ist dabei aber nicht das­sel­be wie der Schlaf, son­dern stellt einen eigen­stän­di­gen Bewusst­seins­zu­stand da. Der resul­tie­ren­de tran­ce­ar­ti­ge Zustand ist gekenn­zeich­net durch fokus­sier­te, tie­fe Ent­span­nung.  Dein Unter­be­wuss­tes kann somit leich­ter erreicht wer­den. Das kann beson­ders nütz­lich sein, um Blo­cka­den zu besei­ti­gen, die Dich am Ein­schla­fen hin­dern. Hier­bei kann Dir ein geüb­ter The­ra­peut hel­fen. Oder Du kannst mit­hil­fe von Selbst­hyp­no­se in einen Zustand der Tran­ce ein­tau­chen und so Dei­nen Schlaf ver­bes­sern. Aber das ist noch nicht alles: Hyp­no­se kann Dir auch nachts beim Ein­schla­fen helfen.

Schlafhypnose auf einen Blick - Infografik
Schlaf­hyp­no­se auf einen Blick

Wie kannst Du die Hyp­no­se durchführen?

Es gibt drei Mög­lich­kei­ten, die Hyp­no­se zur Ver­bes­se­rung dei­nes Schlafs ein­zu­set­zen. So gibt es spe­zi­el­le The­ra­peu­ten, die die Hyp­no­se bei Dir durch­füh­ren kön­nen. Du kannst Dir aber auch von einem The­ra­peu­ten die Selbst-Hyp­no­se bei­brin­gen las­sen, um die Tech­nik regel­mä­ßig zuhau­se anwen­den zu kön­nen. Wenn Du nicht zu einem The­ra­peu­ten gehen möch­test oder es in Dei­ner Nähe kei­nen The­ra­peu­ten gibt, kannst Du die Hyp­no­se auch mit­tels Audio­an­lei­tung erler­nen. Dazu gleich mehr.

Die Schlaf­hyp­no­se ist gewöhn­lich so aufgebaut:

  1. Ent­span­nen: Du legst dich bequem und ent­spannt hin.
  2. Los­las­sen: Lass Dei­ne Sor­gen und Beden­ken fallen.
  3. Induk­ti­on: Erlau­be Dir, noch tie­fer in den ent­spann­ten Zustand zu sin­ken und dei­ne ratio­na­len Gedan­ken zurückzulassen.
  4. Atmung: Bewuss­te Atmung bringt Dich noch tie­fer in den ent­spann­ten Zustand.
  5. Sug­ges­ti­on: Das Bedürf­nis zu Schla­fen wird in Dir geweckt.

Am ein­fachs­ten las­sen sich die­se Schrit­te durch eine Audio­an­lei­tung umset­zen. Pro­bie­re doch mal die­se 15 Minu­ten Schlaf­hyp­no­se, wenn Du Schwie­rig­kei­ten hast einzuschlafen.

Vor­ne­weg: Schlaf­hyp­no­se ist nicht für jeden geeig­net. Denn nicht jeder kann gleich gut hyp­no­ti­siert wer­den. Stu­di­en zufol­ge sind etwa 25% der Men­schen nicht emp­fäng­lich für Hypnose.

Doch für die übri­gen Men­schen kann Schlaf­hyp­no­se wah­re Wun­der wir­ken. Laut einer Stu­die aus dem Jahr 2014 kann Hyp­no­se vor dem Ein­schla­fen den tie­fen, rege­ne­ra­ti­ven Schlaf ver­län­gern. Und zwar um bis zu 80%.

Groß­ar­ti­ge Neu­ig­kei­ten für unser Immun­sys­tem. Denn beson­ders in die­ser Schlaf­pha­se (dem Tief­schlaf) fin­den die meis­ten rege­ne­ra­ti­ven Pro­zes­se in unse­rem Kör­per statt (Schlaf­pha­sen und Schlaf­zy­klus). Hyp­no­se kann dem­entspre­chend nicht nur die Ein­schlaf­zeit ver­kür­zen, son­dern auch für einen tie­fe­ren, gesun­de­ren Schlaf sorgen.

Du hast Angst vor Neben­ef­fek­ten, z.B. nicht mehr aus der Tran­ce auf­zu­wa­chen? Sei beru­higt. Denn wäh­rend der Tran­ce behältst Du wei­ter­hin die Kon­trol­le über Dei­nen Kör­per. Du hast also immer die Mög­lich­keit den Zustand zu beenden.

Ein Ver­gleich von 24 Stu­di­en zu dem The­ma konn­te außer­dem kaum Neben­ef­fek­te der Behand­lungs­me­tho­de fest­stel­len. Die meis­ten Stu­di­en fan­den einen posi­ti­ven Ein­fluss von Hyp­no­se auf den Schlaf. Nega­ti­ve Neben­ef­fek­te konn­ten nur sel­ten fest­ge­stellt wer­den. Dazu gehö­ren unter anderem:

  • Schwin­del
  • Ver­wir­rung
  • unan­ge­neh­me Empfindungen
  • Panik­at­ta­cken
  • “fal­sche” Erinnerungen

Die­se Neben­ef­fek­te tre­ten nur bei sehr weni­gen Men­schen auf. Laut die­ser Stu­die kann es aller­dings auch sein, dass die­se Neben­ef­fek­te nur sel­ten regis­triert wer­den, da sie in der Regel nur kurz auftreten.

Hyp­no­se gegen Schlaf­stö­run­gen und vie­les mehr

Hyp­no­se wird nicht nur bei Schlaf­stö­run­gen ein­ge­setzt. Auch in wei­te­ren Berei­chen kann die Hyp­no­se ein­ge­setzt wer­den, dazu zäh­len zum Beispiel:

  • Schmer­zen
  • Stress­re­duk­ti­on
  • Immun­sys­tem

Ins­be­son­de­re bei chro­ni­schen Schmer­zen kann Hyp­no­se hel­fen, die Schmerz­wahr­neh­mung zu ver­än­dern. Damit kön­nen die Schmer­zen auf Dau­er bei eini­gen Pati­en­ten redu­ziert wer­den. Wie auch bei der Behand­lung von Schlaf­stö­run­gen mit­tels Hyp­no­se ist auch hier nicht jeder Mensch glei­cher­ma­ßen emp­fäng­lich für die Therapie.

Für wen ist Schlaf­hyp­no­se beson­ders gut geeignet?

Wie schon gesagt, spricht die Hyp­no­se nicht bei jedem Men­schen an. Zudem konn­te gezeigt wer­den, dass Hyp­no­se beson­ders bei fol­gen­den Schlaf­stö­run­gen hilf­reich sein kann:

  • pri­mä­re Insom­nie, d.h. Schlaf­stö­rung ohne zugrun­de­lie­gen­de Erkrankung
  • sekun­dä­re Insom­nie, aus­ge­löst durch die Meno­pau­se, eine Post­trau­ma­ti­sche Belas­tungs­stö­rung, Schlaf­wan­deln, Nacht­angst und Ein­näs­sen im Schlaf

In jedem Fal­le aber ist die Hyp­no­se eine meist neben­wir­kungs­freie Mög­lich­keit, Dei­nen Schlaf zu ver­bes­sern. Somit lohnt es sich, die­se The­ra­pie­form aus­zu­pro­bie­ren, wenn Du Dei­ne Schlaf­hy­gie­ne schon ver­bes­sert hast und nicht zu Tablet­ten grei­fen möchtest.

Fazit

Die Schlaf­hyp­no­se ist eine gute Mög­lich­keit, Dei­ne Schlaf­qua­li­tät zu ver­bes­sern. Zwar gibt es nicht sehr vie­le Stu­di­en, die sich genau­er mit der Wirk­wei­se der Schlaf­hyp­no­se aus­ein­an­der­set­zen. Ihr posi­ti­ver Effekt konn­te jedoch in eini­gen Stu­di­en gezeigt wer­den. Außer­dem spricht nicht jeder Mensch auf die Schlaf­hyp­no­se an. Ins­ge­samt ist die Schlaf­hyp­no­se aber eine ein­fa­che und unge­fähr­li­che Metho­de, Dei­ne Schlaf­stö­rung zu behan­deln. Du kannst sie sogar allei­ne mit­hil­fe einer Audio­an­lei­tung erler­nen und zuhau­se durchführen.


Marius Derkum

Mari­us Derkum

Mari­us stu­diert Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaf­ten und Digi­ta­les Mar­ke­ting. Wäh­rend sei­ner Stu­di­en­zeit hat er die dras­ti­schen Fol­gen eines unste­ten Schlaf­zy­klus am eige­nen Kör­per gespürt. Um sei­ne phy­si­sche und psy­chi­sche Leis­tung zu ver­bes­sern, hat er sich des­halb inten­siv mit dem The­ma Schlaf aus­ein­an­der­ge­setzt. Sein Ziel ist es, durch infor­ma­ti­ve und unter­halt­sa­me Arti­kel die Bedeu­tung eines regel­mä­ßi­gen Schlafrhyth­mus aufzuzeigen.

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