Mann bei der kognitiven Verhaltenstherapie

Wie Du durch eine kogni­ti­ve Ver­hal­tens­the­ra­pie Schlaf­stö­run­gen los wirst

Lese­dau­er 3 Minu­ten

Per­so­nen mit einer Ein- und Durch­schlaf­stö­rung lei­den oft an nächt­li­chem Grü­beln. Bei die­ser Art der Schlaf­stö­run­gen emp­fiehlt sich eine kogni­ti­ve Ver­hal­tens­the­ra­pie. Sie kom­bi­niert zwei The­ra­pie­an­sät­ze: die kogni­ti­ve The­ra­pie und die Ver­hal­tens­the­ra­pie. Wel­che Behand­lungs­me­tho­den ein­ge­setzt wer­den, hängt davon ab, um wel­ches Pro­blem, wel­che Erkran­kung oder Stö­rung es sich han­delt. Tat­säch­lich ist die Grund­idee der The­ra­pie dabei immer die­sel­be: Was wir den­ken, wie wir uns ver­hal­ten und wel­che Gefüh­le ande­re in uns aus­lö­sen, hängt eng mit­ein­an­der zusam­men – und ist ent­schei­dend für unser Wohl­be­fin­den. Wie die kogni­ti­ve Ver­hal­tens­the­ra­pie aus­sieht, erfährst Du in die­sem Artikel.

In einer kogni­ti­ven The­ra­pie geht es dar­um, sich über sei­ne Gedan­ken, Ein­stel­lun­gen und Erwar­tun­gen klar zu wer­den. Das Ziel ist, fal­sche und belas­ten­de Über­zeu­gun­gen zu erken­nen und dann zu ver­än­dern. Man­che Denk­mus­ter ent­wi­ckeln sich manch­mal zu einer „sich selbst erfül­len­den Pro­phe­zei­ung“ und machen dem Betrof­fe­nen das Leben schwer. Wenn man zum Bei­spiel glaubt, dass ande­re Men­schen etwas gegen einen haben, ver­hält man sich ableh­nend. Und löst dadurch selbst aus, dass Ande­re unfreund­li­cher wer­den. Mit­hil­fe einer kogni­ti­ven The­ra­pie kann man jedoch ler­nen, fal­sche Denk­mus­ter durch rea­lis­ti­sche­re und weni­ger schäd­li­che Gedan­ken zu erset­zen. Die The­ra­pie hilft dabei, kla­rer zu den­ken und die eige­nen Gedan­ken bes­ser zu kontrollieren.

Die Ver­hal­tens­the­ra­pie ent­springt aus dem Beha­vio­ris­mus. Man geht bei die­ser Theo­rie davon aus, dass mensch­li­ches Ver­hal­ten erlernt ist und daher auch wie­der ver­än­dert oder neu gelernt wer­den kann. In einer Ver­hal­tens­the­ra­pie geht es dar­um, her­aus­zu­fin­den, ob es bestimm­te Ver­hal­tens­wei­sen gibt, die einem das Leben erschwe­ren oder Pro­ble­me ver­stär­ken. Im Anschluss arbei­tet man dar­an, sol­che Ver­hal­tens­wei­sen zu ändern. Die meis­ten Psy­cho­the­ra­peu­tin­nen und ‑the­ra­peu­ten, die in kogni­ti­ver Ver­hal­tens­the­ra­pie­aus­ge­bil­det sind, bezeich­nen sich in Deutsch­land als Ver­hal­tens­the­ra­peu­ten.

Die kogni­ti­ve Ver­hal­tens­the­ra­pie von Ein- und Durch­schlaf­stö­run­gen beginnt übli­cher­wei­se mit der Ver­mitt­lung von Infor­ma­tio­nen über den Schlaf. Bei­spiels­wei­se soll­ten die Betrof­fe­nen erfah­ren, dass nicht jeder Erwach­se­ne acht Stun­den Schlaf benö­tigt oder dass häu­fi­ges, kur­zes Erwa­chen im Lau­fe der Nacht üblich ist. Auf die­se Wei­se wer­den Befürch­tun­gen und Miss­ver­ständ­nis­se aus­ge­räumt und das Schlaf­ver­hal­ten teil­wei­se ent­pa­tho­lo­gi­siert. Fol­gend wird ein indi­vi­du­el­les Stö­rungs­mo­dell erstellt. Zu den Fak­to­ren, die den Schlaf erheb­lich beein­träch­ti­gen kön­nen, zäh­len bestimm­te Ver­hal­tens­wei­sen, die gegen die schlaf­hy­gie­ni­schen Regeln ver­sto­ßen. Oft sind die­se Regeln ganz ein­fa­che Din­ge. Zum Bei­spiel soll­te das Schlaf­zim­mer nicht zu hell, zu warm oder zu laut sein. Es soll­te auf regel­mä­ßi­ge Bewe­gung und Schla­fens­zei­ten geach­tet wer­den, und es soll­te vor dem Schla­fen­ge­hen auf inten­si­ve kör­per­li­che oder geis­ti­ge Betä­ti­gung, sowie auf schwe­re Mahl­zei­ten, Alko­hol und kof­fe­in­hal­ti­ge Geträn­ke ver­zich­tet werden.

Am häu­figs­ten ver­ord­nen Ärz­te Ben­zo­dia­ze­pi­ne, Nicht­ben­zo­dia­ze­pin-Hyp­no­ti­ka und Anti­de­pres­si­va bei Schlaf­stö­run­gen. Vie­le Pati­en­ten neh­men die­se und ande­re Schlaf­mit­tel jah­re­lang ein, obwohl uner­wünsch­te Neben­wir­kun­gen auf­tre­ten kön­nen und die Effek­te von Dau­er­ein­nah­men kaum unter­sucht sind. Nach der Mei­nung meh­re­rer For­schun­gen sind Psy­cho­phar­ma­ka bei Schlaf­stö­run­gen, vor allem bei chro­ni­scher Insom­nie ohne orga­ni­sche Ursa­che, aller­dings nicht das Mit­tel der ers­ten Wahl. Denn Psy­cho­phar­ma­ka redu­zie­ren zwar kurz­fris­tig die Sym­pto­me, lang­fris­tig kön­nen sie jedoch abhän­gig machen und die Schlaf­pro­ble­me ver­stär­ken. Dar­über hin­aus ver­hin­dern sie, dass Pati­en­ten sich mit der Erkran­kung aus­ein­an­der­set­zen und im Sin­ne von Selbst­ma­nage­ment ler­nen, dys­funk­tio­na­le Ver­hal­tens­wei­sen durch schlaf­för­dern­de zu ersetzen.Eine ernst zu neh­men­de Alter­na­ti­ve zu Psy­cho­phar­ma­ka bie­tet die kogni­ti­ve Ver­hal­tens­the­ra­pie. Sie ist bei kur­zer Behand­lungs­dau­er min­des­tens eben­so wirk­sam wie eine medi­ka­men­tö­se The­ra­pie und lang­fris­tig gese­hen unter Umstän­den sogar wirksamer. 


Henry Kay

Hen­ry Kay

Hen­ry stu­diert Kul­tur- und Kom­mu­ni­ka­ti­ons­wis­sen­schaf­ten in Fried­richs­ha­fen und hat wäh­rend des Stu­di­ums gemerkt, wie stark sich der Schlaf auf die Belast­bar­keit und Kon­zen­tra­ti­ons­fä­hig­keit aus­wir­ken. Hen­ry befasst sich inten­siv mit dem The­ma Schlaf und möch­te sein Wis­sen weitergeben.

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