Schlafstörungen in der Schwangerschaft können einfach vermieden werden.

Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft: Wie las­sen sie sich behandeln?

Lese­dau­er 5 Minu­ten
Das sind die Ursachen und Folgen von Schlafstörungen in der Schwangerschaft
Das sind die Ursa­chen und Fol­gen von Schlaf­stö­run­gen in der Schwangerschaft.

Das Wich­tigs­te in Kürze

Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft wer­den durch ver­schie­de­ne ana­to­mi­sche und phy­sio­lo­gi­sche Fak­to­ren begüns­tigt. Bereits durch klei­ne Maß­nah­men kannst Du etwas dage­gen tun:

  • Iss und trin­ke recht­zei­tig vor dem Zubett­ge­hen das letz­te Mal.
  • Berück­sich­ti­ge die Ernäh­rungs­emp­feh­lun­gen für Schwangere.
  • Füh­re geeig­ne­te Sport­ar­ten oder Bewe­gungs­übun­gen aus.
  • Erler­ne spe­zi­el­le Tech­ni­ken zum Stressabbau.
  • Nimm eine für Schwan­ge­re geeig­ne­te Schlaf­po­si­ti­on ein.

Schlaf­stö­run­gen sind in der Schwan­ger­schaft kei­ne Sel­ten­heit. Ver­schie­de­ne Fak­to­ren kön­nen dazu füh­ren, dass schwan­ge­re Frau­en schlecht durch­schla­fen, obwohl sie müde zu Bett gehen. Oft gerät ihr Schlaf­rhyth­mus zuneh­mend durch­ein­an­der, was eine star­ke kör­per­li­che und psy­chi­sche Belas­tung dar­stellt. Wie kommt es zu Schlaf­stö­run­gen wer­den­der Müt­ter und was kön­nen sie dage­gen unter­neh­men? In die­sem Arti­kel erfährst Du, wie Schlaf­stö­run­gen und Schwan­ger­schaft zusam­men­hän­gen und was Du tun kannst, um wie­der zu einem erhol­sa­men Schlaf zu finden.

War­um soll­ten Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft immer behan­delt werden?

Gene­rell tre­ten Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft umso häu­fi­ger auf, je näher der Geburts­ter­min rückt. Das kann ver­schie­de­ne Grün­de haben, gegen die Du in jedem Fall etwas unter­neh­men soll­test: Nicht nur auf­grund der psy­chi­schen Belas­tung, son­dern auch, da Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft (und all­ge­mein) zu ver­schie­de­nen Beschwer­den füh­ren kön­nen. Dazu gehören:

  • Kopf­schmer­zen, Migräne
  • Kon­zen­tra­ti­ons­schwä­che
  • Reiz­bar­keit
  • Kreis­lauf­pro­ble­me
  • Schwä­che, ver­min­der­te Belastbarkeit
  • Ein geschwäch­tes Immunsystem
  • Depres­sio­nen und ande­re psy­chi­sche Erkrankungen

Ins­be­son­de­re in Hin­blick auf eine bevor­ste­hen­de Geburt soll­test Du dich kör­per­lich und psy­chisch in einem sta­bi­len, kräf­ti­gen Zustand befin­den. Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft zeh­ren erheb­lich an Dei­nen Kräf­ten, die Du für die Geburt und die Zeit danach drin­gend benö­tigst. Ein klei­ner täg­li­cher Mit­tags­schlaf kann hier­bei hel­fen – die­ser soll­te aller­dings nicht zu lang sein!

Wann bist Du beson­ders von Schlaf­pro­ble­men betroffen?

Im ers­ten Tri­mes­ter muss sich Dein gesam­ter Kör­per auf das neue Leben, das in Dir her­an­wächst umstel­len. Die kör­per­li­chen Ver­än­de­run­gen, aber auch psy­chi­sche Belas­tun­gen füh­ren hier zu Schlaf­stö­run­gen. Dabei kön­nen auch durch Mine­ral­stoff­man­gel auch Sym­pto­me wie das Rest­less Legs Syn­drom auf­tre­ten. Im 2. Schwan­ger­schaft­s­tri­mes­ter hat sich Dein Kör­per schon etwas an die Ver­än­de­run­gen gewöhnt. Aller­dings neh­men die Bewe­gun­gen des Kin­des zu und kön­nen dazu füh­ren, dass Du abends nicht rich­tig zur Ruhe kommst. Auch der wach­sen­de Bauch stellt sich hier in zuse­hends in den Weg, um die rich­ti­ge Schlaf­po­si­ti­on zu fin­den. Dies führt aber vor allem auch im 3. Tri­mes­ter zu Schlaf­stö­run­gen und stellt hier die Haupt­ur­sa­che für Schlaf­lo­sig­keit dar. Außer­dem neh­men im drit­ten Schwan­ger­schafts­se­mes­ter Pro­ble­me wie eine drü­cken­de Bla­se oder Sod­bren­nen zu. 

Gene­rell schla­fen vie­le wer­den­de Müt­ter am Ende ihrer Schwan­ger­schaft leich­ter. Die Psy­che aber auch der Kör­per stel­len sich bereits lang­sam dar­auf ein, auch nachts wach sein zu kön­nen und das Baby zu stil­len. Gegen krei­sen­de Gedan­ken an die anste­hen­de Geburt hel­fen vor allem Medi­ta­ti­ons­übun­gen oder Gesprä­che mit Dir ver­trau­ten Per­so­nen über Dei­ne Ängste. 

Zusam­men­hän­ge und Behand­lungs­mög­lich­kei­ten von Schlaf­stö­run­gen in der Schwangerschaft

1. Rest­less Legs Syn­drom in der Schwangerschaft

Ein sehr häu­fi­ges Sym­ptom, wel­ches zu Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft führt, ist das Rest­less Legs Syn­drom. Die Betrof­fe­nen kla­gen dabei über unru­hi­ge oder krib­beln in den Bei­nen. Oft las­sen sich die Beschwer­den mit Haus­mit­teln gut in den Griff bekom­men. Lies dazu auch unse­ren aus­führ­li­chen Arti­kel “Rest­less Legs Syn­drom: Eine umfas­sen­de Über­sicht”.

2. Ver­mehr­ter Harn­drang führt zu Schlaf­stö­run­gen in der Schwangerschaft

Bereits ab der 6. Schwan­ger­schafts­wo­che und somit im 1. Tri­mes­ter der Schwan­ger­schaft sind Schlaf­stö­run­gen durch einen häu­fi­gen Harn­drang kei­ne Sel­ten­heit. Das liegt zu die­sem Zeit­punkt vor allem an dem erhöh­ten Blut­fluss durch Dei­nen Kör­per: Indem die Nie­ren gestei­ger­te Men­gen an Flüs­sig­keit ver­ar­bei­ten, pro­du­zie­ren sie ent­spre­chend mehr Urin.

Durch Harn­drang ver­ur­sach­te Schlaf­stö­run­gen las­sen im 2. Tri­mes­ter der Schwan­ger­schaft oft nach und tre­ten im 3. Tri­mes­ter wie­der auf: Denn je mehr Platz Dein unge­bo­re­nes Baby im Bauch­raum ein­nimmt, des­to weni­ger Raum bleibt Dei­ner Harn­bla­se. Ein vol­ler Ver­dau­ungs­trakt engt die Harn­bla­se eben­falls ein. Daher emp­feh­len wir recht­zei­tig vor dem Zubett­ge­hen das letz­te Mal etwas essen und trinken.

Daher ist es wich­tig, dass Du tags­über aus­rei­chend Flüs­sig­keit zu dir nimmst und Dei­ne Haupt­mahl­zeit nicht erst für den Abend einplanst.

3. Sod­bren­nen

Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft kön­nen auch durch Sod­bren­nen ver­ur­sacht wer­den. Nor­ma­ler­wei­se ver­hin­dert der Spei­se­röh­ren­schließ­mus­kel (Sphink­ter), dass sau­rer Magen­in­halt in die Spei­se­röh­re zurück­fließt. Ein erhöh­ter Druck aus dem Bauch­raum und ein ver­än­der­ter Hor­mon­haus­halt kön­nen jedoch die­sen Schließ­me­cha­nis­mus stören.

Um das zu ver­mei­den, ver­zich­te auf ein üppi­ges Abend­mahl kurz vor dem Schla­fen­ge­hen. Ins­be­son­de­re sau­re oder stark gewürz­te Spei­sen kön­nen Pro­ble­me berei­ten. Schla­fen Sie außer­dem mit leicht erhöh­tem Oberkörper.

Schwan­ger­schafts­be­ding­ter Reflux lässt sich oft­mals leicht behan­deln. Denn gegen Reflux gibt es frei­ver­käuf­li­che Tablet­ten, wel­che schnell hel­fen. Soll­test Du jedoch an regel­mä­ßi­gem, star­kem Sod­bren­nen lei­den, zie­he einen Arzt zurate.

Gegen Sod­bren­nen gibt es sehr gute Pro­duk­te, wel­che frei­ver­käuf­lich sind. 

4. Rücken- und Gelenkschmerzen

Nicht nur das zuneh­men­de Gewicht, son­dern auch die hor­mo­nell beding­te Locke­rung der Seh­nen und Bän­der stel­len eine Belas­tung für den Rücken und die Gelen­ke schwan­ge­rer Frau­en dar. In der Fol­ge kön­nen Schmer­zen auf­tre­ten und zu Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft führen.

Schwan­ger­schafts­gym­nas­tik, geeig­ne­te Sport­übun­gen und gege­be­nen­falls eine Kor­rek­tur der Kör­per­hal­tung schaf­fen Abhil­fe gegen Ver­span­nun­gen und Über­las­tun­gen. Außer­dem kann Yoga für Schwan­ge­re ein sehr hilf­rei­ches Mit­tel gegen Rücken- und Gelenk­schmer­zen sein. 

5. Pro­ble­me mit der Schlafposition

Vie­le Frau­en haben mit zuneh­men­dem Lei­bes­um­fang Mühe, eine ange­neh­me Lie­ge­po­si­ti­on zu fin­den. Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft im 2. Tri­mes­ter und 3. Tri­mes­ter sind sehr häu­fig dar­auf zurückzuführen.

Die fol­gen­de Posi­ti­on ist zu emp­feh­len: Lege Dich auf Dei­ne lin­ke Sei­te und stre­cke das unten befind­li­che lin­ke Bein aus, wäh­rend Du das rech­te anwin­kelst. Zur Ent­las­tung Dei­ner Hüf­te posi­tio­nie­re ein Kis­sen zwi­schen Dei­ne Bei­nen. Spe­zi­el­le Schwan­ger­schafts­kis­sen kön­nen hier eine gro­ße Ent­las­tung sein. Oft die­nen die­se auch gleich­zei­tig als Still­kis­sen. Der Vor­teil dar­an ist, dass Du die­se auch nach der Geburt opti­mal ein­set­zen kannst. Die Wir­bel­säu­le wird so opti­mal ent­las­tet und Dein Tag lässt sich wie­der akti­ver gestalten.

Die emp­foh­le­ne Schlaf­po­si­ti­on auf der lin­ken Kör­per­sei­te soll­test Du dir bereits zu Beginn der Schwan­ger­schaft angewöhnen.

6. Fal­sche Ernäh­rung als Ursa­che für Schlaf­stö­run­gen in der Schwangerschaft

Die Ernäh­rung spielt in der Schwan­ger­schaft nicht nur des­we­gen eine beson­ders gro­ße Rol­le, weil Dein Baby sich opti­mal ent­wi­ckeln soll: Sie wirkt sich auch auf Dei­nen Schlaf aus. Eine all­ge­mein unge­sun­de oder nicht der Schwan­ger­schaft ange­pass­te Ernäh­rung setzt  Dei­nen Kör­per unter Stress. Die­ser begüns­tigt Schlaf­stö­run­gen in der Schwangerschaft.

Bereits zu Beginn der Schwan­ger­schaft soll­test Du dich umfang­reich infor­mie­ren, inwie­fern sich Dein Nähr­stoff­be­darf ver­än­dert und wie Du dei­ne Ernäh­rung opti­mal ein­stel­len kannst. Spe­zi­el­le Ernäh­rungs­rat­ge­ber kön­nen Dir dabei hel­fen Dei­ne Ernäh­rung zu optimieren.

7. Psy­chi­scher Stress

Zu den häu­figs­ten Ursa­chen für Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft gehö­ren Besorg­nis, Ängs­te und psy­chi­sche Über­for­de­rung. Dies betrifft Schlaf­stö­run­gen im 1. Tri­mes­ter eben­so wie im 2. und 3. Tri­mes­ter. Pro­bie­re spe­zi­el­le Ent­span­nungs­tech­ni­ken oder Medi­ta­ti­ons­übun­gen aus, um abends den Kopf frei­zu­be­kom­men. Mög­li­cher­wei­se kann auch ein Gespräch mit dem Frau­en­arzt hel­fen, um Sor­gen zu besprechen.

Geziel­te Ent­span­nungs­maß­nah­men wie Medi­ta­ti­on und fach­li­che Infor­ma­tio­nen rund um ihre Geburt beru­hi­gen Dich und ver­bes­sern zusätz­lich Dei­nen Schlaf.

8. Bewe­gun­gen des Babys

Auch ein sehr leb­haf­tes Baby kann zu Schlaf­stö­run­gen in der Schwan­ger­schaft im 2. Tri­mes­ter sowie im 3. Tri­mes­ter führen.

Da die Kinds­be­we­gun­gen Dich vor allem dann auf­we­cken, wenn Du nur flach schläfst, kön­nen die oben auf­ge­führ­ten Tipps bereits Abhil­fe schaf­fen: Indem Du gegen die ver­schie­de­nen mög­li­chen Ursa­chen für Schlaf­stö­run­gen vor­ge­hen, sind die idea­len Vor­aus­set­zun­gen für ein tie­fes, ent­spann­tes Durch­schla­fen bereits erfüllt.

Eine ver­bes­ser­te Schlaf­qua­li­tät ver­hin­dert, dass bereits leich­te Kinds­be­we­gun­gen Sie aufwecken.

Willst Du mehr über Schlaf­stö­run­gen erfah­ren? Dann lies unse­re Über­sichts­ar­ti­kel zu Schlaf­stö­run­gen und Schlafmangel:


Katharina Hahn

Katha­ri­na Hahn

Katha­ri­na stu­diert Poli­tik­wis­sen­schaf­ten in Fried­richs­ha­fen. Wäh­rend des Stu­di­ums hat sie mit zwei Neben­jobs gemerkt, wie sich zu wenig Schlaf auf Geist und Kör­per aus­wir­ken kann. Aus fami­liä­ren Grün­den hat sie das The­ma Schlaf schon früh als wich­tig erkannt und sich inten­siv mit dem The­ma aus­ein­an­der­ge­setzt. Ihr ist es wich­tig die­ses Wis­sen wei­ter­zu­ge­ben, um zu einem gesün­de­ren Schlaf beizutragen.

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